Einstieg in die Imkerei


Was benötigt man zum Einstieg in die Imkerei?

Vorbereitungen

Zu allererst sollte man gut informiert an die Sache herangehen und nichts überstürzen. Sie sollten sich darüber im Klaren sein, dass die Imkerei einigen Zeit- und Arbeitsaufwand erfordert und nicht nur aus Honig schleudern besteht. Am besten wenden Sie sich an einen erfahrenen Imker oder Verein. Besuchen Sie uns z.B. bei unserer monatlichen Imkerversammlung oder kontaktieren Sie eine(n) unserer AnsprechparterInnen. Diese können Ihnen bestimmt mit Informationen, Literatur, Hinweisen und Tipps weiterhelfen.
Nun sollte ein passender Standort gefunden werden. Suchen Sie das Gespräch mit den Anliegern bzw. Nachbarn am geplanten Standort, bevor der Bienenstock aufgestellt wird. Als positives Argument kann man auf eine größere Blumenpracht und Obstertrag durch die verbesserte Bestäubung im nächsten Jahr hinweisen. Danach muss der Versicherungsschutz (z.B. durch Vereinsmitgliedschaft) geklärt werden.
Last but not least sollten Sie sich, falls Sie bisher noch nicht von Bienen gestochen wurden beim Arzt auf eine Allergie gegen Bienengift testen lassen. Sollte dieser Test positiv ausfallen ist das kein Grund der Ihrer Karriere als Hobbyimker im Wege steht. Sie sollten nur gewissenhaft ihre Schutzausrüstung anlegen und ein/das Gegenmittel bei sich tragen wenn Sie am Bienenvolk arbeiten.

Im Allgemeinen ist zu empfehlen, nicht mit einem einzelnen Volk, sondern mit 2 oder 3 Völkern zu beginnen, um einerseits Vergleiche ziehen zu können und andererseits bei einem nicht auszuschließenden Verlust eines Volkes nicht ganz ohne Bienen da zu stehen.

Anschaffungen

Was man zum Start benötigt sind überwiegend einmalige Anschaffungen!

Beute (Magazin)

Magazinzargen-251x300Die Bienenhaltung/Imkerei erfolgt in Europa heute nicht mehr in geflochtenen Bienenkörben, sondern in der Regel in soganannten "Beuten" (Magazinen) aus Holz oder Polystyrol (Kunststoff). Dabei haben sich diverse Beutentypen etabliert, die sich vor allem in den Abmessungen unterscheiden. Den Bienen ist der Beutentyp ziemlich egal; für den Imker sind jedoch einige Tätigkeiten vom Beutentyp abhängig.

In Deutschland am weitesten verbreitet sind die Beutentypen Deutsch-Normalmaß (relativ klein), Zander (mittelgroß) und als größter Typ Dadant-US (=Dadant modifiziert). Bei Dadant wird grundsätzlich nur eine Zarge als Brutraum benötigt; während bei Deutsch-Normalmaß und Zander häufig zwei Brutraumzargen aufeinandergesetzt werden. Zur Trachtzeit (Nektareintrag/Honigernte) werden eine oder mehrere Honigraumzargen auf die Brutraumzarge(n) aufgesetzt. Bei Deutsch-Normalmaß und Zander sind die Honigraumzargen i. d. R. identisch mit den Brutraumzargen. Bei Dadant haben Honigraumzargen die halbe Höhe der Brutraumzargen, um das vom Imker zu hebende Gewicht in einem erträglichen Rahmen (bis etwa 20 kg) zu halten.

Vor allem von älteren Imkern werden noch "Hinterbehandlungsbeuten" eingesetzt. Mit dem Ziel einer möglichst artgerechten/naturnahen Bienenhaltung wurden in den letzten Jahrzehnten Beutentypen wie die "Bienenkiste" entwickelt. Von letzterer ist Anfängern allerdings abzuraten, weil eine Kontrolle der Vorgänge in der Beute und eine Behandlung gegen den Parasiten Varroamilbe gegenüber "konventionellen" Beutensystemen erschwert sind.

Bei den Mitgliedern des Imkervereins Ennepetal sind Deutsch-Normalmaß und Zander am weitesten verbreitet. Für den Anfang reichen drei Zargen, von denen jede 9 bis 12 Rähmchen fassen sollte. In die aus Holz bestehenden Rähmchen werden vom Imker meist aus Bienenwachs gegossene oder gewalzte "Mittelwände", auf denen ein Wabenmuster vorgeprägt ist, "eingelötet"

Je nach Ausführung Styropor oder Holz kostet ein Beutenmagazin mit 3 Zargen, Unterboden und Deckel etwa zwischen 100€ und 130€. Pro Zarge werden 9 bis12 Rähmchen (gedrahtet) zu je ca. 1,00€ bis 1,50€, in Summe für 3 Zargen ca. 30€ bis 45€ benötigt. Mittelwände kosteten 2017 etwa 10 bis 20€ ("konventionell"), aus Bio-Imkerei bis 50€  je kg. Diese schlagen für 3 Zargen dann mit etwa 30€ bis 100€ zu Buche.

Schutzkleidung

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Zum Schutz gegen Stiche sind im Allgemeinen eine Schutzjacke für ca.30€, ein Hut mit Schleier für ca. 15€ und ein Paar Handschuhe für ca. 15,00€ erforderlich. Die Alternative ist eine Imkerkombination ab 50€.

 

 

 

 

 

 

Werkzeug

Benötigt wird ein Stockmeißel für 7€ bis 10€, damit können Sie Deckel, Rähmchen oder Bodenplatten aus den Zargen lösen, anheben oder säubern.

Ein Bienenbesen für 5€ bis 7€ dient dem sanften abfegen der Bienen von Teilen die Sie bearbeiten möchten.

Weiterhin brauchen Sie einen Smoker zur Raucherzeugung für ca. 25€. Zu empfehlen sind die Geräte mit einer innen gelochten “Rauchdose” mit dem der Smoker länger an bleibt.

 

Startersets für Neuimker

Einige Imkereiausrüster bieten Neuimkern z. B. im ersten Jahr ihrer Vereinszugehörigkeit, günstige Sets, die in etwa die Summe der oben genannten Ausrüstungsgegenstände, u. U. noch einen Bienenhaltungskurs und/oder einen Ableger enthalten, zu einem günstigen Preis an.

 

Bienen (Wirtschaftsvolk oder Ableger)

Nicht zuletzt werden für den Einstieg in die Imkerei Bienen benötigt. Sofern der Anfänger nicht selbst einen Schwarm einfängt, wird er i.d.R. von einem anderen Imker (Kontakt z.B. über Verein) entweder zu Beginn der Trachtzeit ein Wirtschaftsvolk, das noch im gleichen Jahr Honig bringt, zu einem Preis von etwa 100€ bis 150€ oder im späten Frühjahr einen jungen "Ableger", der meist erst im nächsten Jahr Honig bringt, zu einem Preis von etwa 50€ bis 60€ erwerben, Die Preise variieren je nach Marktlage, insbes. in Abhängigkeit von den Völkerverlusten im vorausgegangenen Winter.