Warum Mitglied werden ?

Berichte über Bienensterben, Rückgang der Insektenfauna in der Natur sowie über das Fehlen von Bestäubungsinsekten für unser Obst haben viele an der Natur interessierte Menschen aufgerüttelt und den Wunsch geweckt, selber Bienen zu halten, und das möglichst naturnah. Die Honigernte ist dabei oft nur ein Nebenaspekt. Manchem ist dabei nicht bewusst, dass in unserer heutigen Umwelt mit intensiver Landwirtschaft, Pestizideinsatz und eingeschleppten Organismen wie der Varroamilbe Bienenvölker ohne eine intensiver Betreuung durch einen Imker keine Überlebenschance haben. Ebenfalls zu berücksichtigen sind rechtliche Aspekte wie z.B. Meldepflichten hinsichtlich Bienenseuchenvorbeugung, Lebensmittelhygiene sowie die Vermeidung von Konflikten mit Nachbarn.

All diese Aspekte machen es erforderlich, dass Imker sich umfangreiche theoretische und praktische Kenntnisse aneignen. Das setzt nicht zwingend die Mitgliedschaft in einem Imkerverein voraus; eine solche erleichtert aber vieles. Zu nennen sind vor allem die folgenden Aspekte:

  • Im Imkerverein hat man die Chance, Gleichgesinnte zu treffen, mit denen man sich vor allem über praktische Probleme mit seinen Bienen austauschen kann. Dabei wird man zu vielen Fragen durchaus unterschiedliche Auffassungen hören, die man aber in der Diskussionsrunde beim Vereinstreffen vielleicht besser bewerten kann als in einem "anonymen" Internetforum. Im Imkerverein EN-Voerde herrscht ein tolerantes Diskussionsklima; für Anfängerfragen ist man jederzeit offen.
  • Imkervereine bieten Kurse zu verschiedenen Themen wie z. B. Anfängerschulung, Königinnenzucht oder Honigverarbeitung an. Hat der Imkerverein Voerde gerade nicht den passenden Kurs im Angebot, wird er zumindest einen Tipp geben können.

  • Viele Grundkenntnisse über die Biologie der Biene, imkerliche Techniken etc. kann man im Internet bzw. in Kursen erwerben. Dies ersetzt jedoch in keinem Fall das Erlernen der praktischen Arbeiten am Bienenstock. Dazu hat es sich als zweckmäßig erwiesen, einen erfahrenen Imker einige Monate bei seinen regelmäßigen Arbeiten an den Bienen zu begleiten. Einen solchen ortsnahen "Imkerpaten" findet man zweckmäßig über den Imkerverein. Sind die eigenen Bienen dann eingezogen, werden bei den meisten Neuimkern immer mal wieder Situationen auftreten, die trotz Internet, Youtube und Literatur vor Ort schwer zu beurteilen sind. Hier hilft der Imkerpate oder ggf. auch die/der Bienensachverständige des Vereins beim Neuimker vor Ort.
  • Die Mitgliedschaft in einem Imkerverein beinhaltet automatisch auch eine Versicherung für die gemeldeten Bienenvölker. Neben Haftungs-/Rechtschutzfragen, die bei dem einen oder anderen schon durch eine Standardversicherung abgedeckt sein mögen, ist hier vor allem an Schäden durch Diebstahl und Vandalismus zu denken. 
  • Wer Bienen halten und meist auch Honig ernten will, benötigt eine umfangreiche Ausrüstung (siehe "Einstieg in die Imkerei"). Vieles, insbes. die "Bienenwohnungen" und persönliche Schutzausrüstung, muss man selbst kaufen. Anderes wie Honigschleuder, Wachsschmelzer, Mittelwandgießanlage und vieles mehr kann man auch beim Verein ausleihen (siehe auch "Unser Verein"). Das ist besonders interessant, wenn man die Imkerei mit wenigen Völkern beginnt.
  • Wenn man die ersten Bienen ("Wirtschaftsvolk" oder "Ableger") erwerben möchte, ist es besser, solche ortsnah von einem Nachbarimker zu erwerben als anonym über das Internet. Letzteres birgt Risiken bzgl. Zahlungen wie auch bzgl. der Einschleppung von Krankheiten/Parasiten, insbes. wenn die Bienen vielleicht noch aus einem Land importiert werden, wo z.B. der "Kleine Beutenkäfer" als aktuelle Bedrohung der Imkerei bereits heimisch ist.

Interessierten ist zu empfehlen, bei Imkervereinen seiner Region zunächst bei den regelmäßigen Treffen "reinzuschnuppern" und oder direkt Kontakt aufzunehmen.